Sachverständige für Schäden an Gebäuden & Bauphysik

Dampfsperre – fachgerechte Anschlüsse an Massivwände

21. September 2013

Bisweilen herrscht Unsicherheit in der Frage, wie eine PE-Folie als Dampfsperre an seitlich angrenzende Massivwände fachgerecht anzuschließen ist.

Gemäß DIN 4108-7 (2001-08), Abschnitt 5.4, können raumseitige Anschlüsse von Bahnen durch Einputzen, Latten oder Profile mit Dichtbändern, sowie mit Klebemassen ausgeführt werden.

Mit Einführung elastischer Hochleistungs-Kleber (z.B. SIGA Primur) in den letzten Jahren hat sich eine Ausführung mit Kleberraupe etabliert. Diese ist unproblematisch, weil die hochwertigen Kleber eine sehr hohe Klebkraft besitzen und weder austrocknen noch verspröden. Ein solcher Anschluss mit durchgängiger Kleberraupe ist luftdicht.

SIGA-Primur Datenblatt

Geklebte Anschlüsse sind in der Regel jedoch nur an verputzten oder weitgehend glatten Massivwänden zweckmäßig. Bei rauhen, unebenen Oberflächen, z.B. bei unverputztem HLZ-Mauerwerk, ist ein Klebeanschluss schwierig herzustellen, da zur Überbrückung der Unebenheiten die Kleberraupe entsprechend dick sein muss.

Wird das unebene Mauerwerk später noch verputzt, empfiehlt sich als Alternative ein armiertes Putzanschlussband. Dieses besteht aus zwei Teilen: einem Klebstreifen, welcher an die PE-Folie geklebt wird, und einem Gewebestreifen, welcher bei Herstellung des Wandputzes dann in diesen eingebettet wird. Diese Ausführung ergibt ebenfalls einen luftdichten, hinreichend beweglichen Anschluss.

© Henry Pfeifer