Sachverständige für Schäden an Gebäuden & Bauphysik

BER durch Hochstapler geplant?

25. Juni 2014

Die Berliner Flughafengesellschaft ist bei der Planung ihrer funktionsun­tüchtigen Entrauchungsanlage wohl einem Hochstapler aufgesessen. Wie der Stern in seiner am 26.6. erscheinenden Ausgabe berichten wird, ist der im Frühjahr entlas­sene Alfredo di Mauro, der ehemalige Planer der so genannten „Anlage 14“, kein In­genieur. Vielmehr bestätigte di Mauros Anwalt dem Sern, dass sein Mandant nur über einen Gesellenbrief als technischer Zeichner verfüge. Zur Erinnerung: Im Früh­jahr 2012 galt die Entrauchungsanlage als Hauptursache für den damals geplatzten Eröffnungstermin des Flughafens.

Gegen di Mauro sollen bereits im Jahr 2002 in seiner Heimatstadt Offenbach Vorwür­fe öffentlich geworden sein. Damals kündigten ihm die Gründer eines dortigen Ärzte­zentrums den Vertrag: Angeblich wegen einer Fehlplanung di Mauros habe sich in der Tiefgarage des Sieben-Millionen-Projektes ein See gebildet. „Er hat sich bei uns als Architekt vorgestellt“, versichterte die Ärztin Ileana Mitrenca dem Stern. Di Mauro bestritt den Vorwurf der Fehlplanung, und er habe sich dort nicht als Architekt vor­gestellt.

Di Mauro behauptete wohl auch zunächst gegenüber dem Stern, er verfüge über ei­nen Ingenieursabschluss. Der Vorwurf der Hochstapelei sei „völlig absurd“. Nach sei­nen Worten arbeitete er seit 2006 für das Flughafenprojekt, dies zunächst als freier Mitarbeiter für eine Ingenieursfirma, die dann 2010 in die Insolvenz ging. Für sie habe er die Entrauchungsanlage für den so genannten Main Pier des Airports geplant. (Die­ser 715 m lange Komplex ist das Hauptgebäude des Flughafens.)

Anschließend seien zwei von ihm selbst geführte Firmen, die als „Ingenieursbüros“ fir­mierten, für das Airport-Projekt tätig gewesen. Zuletzt habe er 2012 und 2013 Auf­träge des Flughafens erhalten. Di Mauro hat in den vergangenen Jahren nach den im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftszahlen seiner Firma „Technik Consult GmbH Ingenieurbüro“ deutlich steigende Einkünfte erzielt: Der Bilanzgewinn der Firma stieg von 23.799 Euro im Jahr 2008 auf 641.834 Euro im Jahr 2012.

Quelle: http://www.baulinks.de/btw/2014/0011.php4, 24.06.2014