Sachverständige für Schäden an Gebäuden & Bauphysik

ohne Biozide – Silikatputz und Silikatfarben gegen Schimmel

26. September 2013

In einer Langzeitstudie der Uni Innsbruck wurde die schimmelpilzhemmende Wirkung von Silikatfarben nachgewiesen. Dafür wurden Proben über 17 Monate regelmäßig mit Pilzsporen bebrütet und hinsichtlich Bewuchs und pH-Wert untersucht. Folgende Produktarten wurden getestet:

  • Dispersionssilikatfarbe nach DIN EN 13300
  • mit Bioziden speziell gegen Schimmelpilze ausgerüstete Dispersionsfarbe nach DIN EN 13300
  • hochgefüllte, strukturierbare Dispersionssilikatfarbe nach DIN EN 13300
  • Dispersionssilikatputz nach DIN EN 15824
  • Nullprobe (eine Dispersionsfarbe ohne Topfkonservierungsmittel) nach DIN EN 13300

Mit „sehr gut“ wurde der Dispersionssilikatputz bewertet, dicht gefolgt von der „hochgefüllten Dipersionssilikatfarbe“.

dispersionssilikatfarbe_em-aufnahme_01
REM-Aufnahme nach 13 Monaten: links die silikatische Fläche nahezu
ohne Befall, rechts die Nullprobe mit starkem Hyphengeflecht.
Quelle: Sto AG / zum Vergrößern bitte anklicken

Wirkungsweise

Klassische Kalkanstriche schützen durch ihre Alkalität die Wände vor Schimmelbefall. Der anfangs hohe pH-Wert (oberhalb von 11) in Kalkanstrichen sinkt jedoch durch die permanent mit dem CO2 der Luft statt­findende Karbonatisierung relativ rasch unter das für die Wirkung notwendige Niveau. Ohne regelmäßige Erneuerung des Kalkanstriches verliert dieser schnell seine schimmelpilzhemmende Wirkung.

Mit Silikaten versehene Oberflächen verhalten sich wesentlich stabiler, da sie im Hinblick auf die Bestandteile der Luft reaktionsträge sind. Der hohe, schimmelpilzhemmende pH-Wert bleibt damit länger erhalten, allerdings nur solange die Oberfläche nicht mit Wasser in Berührung kommt. Eine Nassreinigung von Dispersionssilikatflächen z.B. beeinträchtigt deren schimmelpilzhemmende Wirkung.

© Henry Pfeifer